Marc Kruskas Bundesliga-Debüt (13.11.2004)

Die 43. Spielminute in Kaiserslautern.

Die 43. Spielminute in Kaiserslautern.

BVB-Trainer Bert van Marwijk (rechts) muntert Marc Kruska vor seinem ersten Bundesliga-Spiel auf: „Hau rein!“ Foto: Jens Lukas

Er wohnt gerade einmal zehn Meter entfernt von unserem "Waldstadion". Sechs Jahre lang hat Marc Kruska das Trikot des VfR Rauxel getragen - und jetzt spielt er in der Bundesliga an der Seite von Tomas Rosicky und Ewerthon.
Samstag, 13. November 2004. Es ist 16.12 Uhr. Der Schauplatz: Das Fritz-Walter-Stadion auf dem "Betzenberg" in Kaiserslautern. Marc schnürt sich die Fußballschuhe, um im Trikot der Borussia Dortmund zu seinem Erstliga-Debüt aufzulaufen. BVB-Trainer Bert van Marwijk gibt Marc ein aufmunterndes "Hau rein!" mit auf den Weg. Co-Trainer Dick Voorn gibt noch schnell die letzten Anweisungen. Marc soll im linken defensiven Mittelfeld spielen - und dann betritt er den Rasen."Beim Aufwärmen war ich noch sehr nervös; aber als ich dann den Pulli ausgezogen habe, war das alles verflogen", blickt der 17-Jährige zurück, "Rosicky und Kehl kamen direkt zu mir und haben mir gesagt, dass ich einfach so wie im Training spielen solle." Ein großes Lob erntete Kruska von Dortmund-Kapitän Christian Wörns: "Kruska hat wirklich sensationell gespielt!"

Marc in seinem „Wohnzimmer“ -

Marc in seinem „Wohnzimmer“ -

dem VfR-Waldstadion. Foto: Jens Lukas

Nur BVB-Keeper Roman Weidenfeller (2) war besser: Von der "BILD am Sonntag" wurde Marc mit der Note "3" bewertet. Ein "Ritterschlag" für ihn, der das Trikot mit der Nummer 22 von Marcio Amoroso übernommen hatte. Mit dem launischen Brasilianer hat der 17-Jährige aber kaum etwas gemeinsam. Marc hat nämlich keine Star-Allüren - und wird auch trotz seines sportlichen Erfolges und Einsätzen in der deutschen U17-Nationalmannschaft "auf dem Teppich" bleiben.
Samstag morgens kommt er oft durch die Eingangs-Tür des "Waldstadions" und schaut bei den Spielen unserer Nachwuchs-Mannschaften zu. Seinen "Stammplatz" hat er dabei unter dem Dach des Kassen-Hauses: "Es macht Spaß, den Kleinen in meinem alten Verein zuzuschauen."
Was sind Marcs Stärken? Selbstdisziplin und ein "gutes Auge" für Pässe. Seitdem er vor fünf Jahren von Rauxel zum BVB ging, arbeitete er hart an seinem Traum von der Bundesliga. Viel dazu beigetragen haben Eltern, Silvia und Uwe Kruska, die vor zehn Jahren die VfR-Jugendabteilung mit aufbauten. Marc: "Die haben mich sehr unterstützt und überall hingefahren."Nur vier Akteure waren jünger bei ihrem Debüt in der 1. Liga als Marc (17 Jahre, 4 Monate und 14 Tage): Torwart Jürgen Friedl (Eintracht Frankfurt/17 Jahre und 26 Tage), Ibrahim Tanko (Dortmund/17 Jahre, 1 Monat, 30 Tage), Kruskas Mitspieler Christian Wörns (17 Jahre, 3 Monate, 30 Tage) sowie Nürnbergs Christian Wück (17 Jahre, 4 Monate, 11 Tage).

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