20. Spieltag / SC Röhlinghausen

Heute war ich vor dem Spiel nicht ganz so nervös, da wir nicht unbedingt gewinnen mußten eine Punkt würde es auch tun -, da wir schon zwei wichtige Siege eingefahren haben. Dafür habe ich mich heute allerdings nicht nach 70 oder 60 Minuten verabschiedet, wie bei meiner gelb-roten Karte gegen Börnig oder bei meiner Auswechslung gegen Wacker, sondern nach 30 oder 35 Minuten. Diesmal gab"s ganz Rot.
Die haben losgelegt wie die Feuerwehr und uns von Anfang an den Schneid abgekauft. Genauso hab ich"s eigentlich auch erwartet. Anfangs konnte ich natürlich ach nicht richtig mithalten, auch weil ich eine bißchen nervös war und vor Nervosität nich so richtig durchatmen konnte. Ich hab mir aber gedacht, daß sich das im Laufe des Spiels schon legen würde und ich dann erst später Fahrt aufnehmen werde. Nach 25 Minuten ist SC "Schauspielerei" Röhlinghausen dann durch einen Elfmeter 1:0 in Führung gegangen.
Die sind ziemlich hart eingestiegen, haben aber gleichzeitig genauso wie Wacker wieder nach Jesus geschrien, wenn sie gefoult wurden, was ja noch in Ordnung ist, aber dann sofort mit drei oder vier Mann auf den Schiedsrichter zugelaufen sind und Rote Karten fordern, das nenn ich grob unsportlich sowas und hat mit Fußball nichts zu tun, wie überhaupt deren ganze Pölweise. Da der Schiedsrichter anfangs nur so mit Karten um sich geschmissen hat, mußte man jeden Augenblick davon ausgehen, daß einer von uns runter fliegt. Nach 10 Minuten habe ich bereits die gelbe Karte für eine Allerweltsfoul erhalten, das vielleicht gerade mal ein Freistoß war. Mein Gegenspieler konnte mich dafür umtreten wie er lustig war, was mir in der Regel nichts ausmacht, wenn ich es ihm mit gleicher Münze heimzahlen kann. Da ich aber schon verwarnt war, mußte ich schon zwei- oder dreimal zurückziehen. Außerdem hat der Schiri bei mir schon Situationen abgepfiffen, wenn ich nur in die Nähe des Balls oder meines Gegenspielers kam. Bei einer Situation geh ich zum Kopfball hoch, mein Gegenspieler kommt neben mich, klemmt fast meine Hand ein: Foul für ihn. Anderes Beispiel: Martin Pohl schickt mich, ich denk , ich komm nicht mehr an den Ball, schaff es aber noch gerade und will über meinen mit gestrecktem Bein rangrätschenden Gegenspieler lupfen, der zwar den Ball spielt, aber dieser Einsatz hätte eigentlich mit einem Foul, einer gelben oder vielleicht sogar roten karte geahndet werden müssen, und wenn nicht das, dann Ecke. Was gab es? Abstoß. Thilo Karl meinte nachher: "Der Schiri mochte Dich nicht." Kann schon sein. Hätte ich noch"n bißchen länger das Spiel überlebt, hätte er sich vielleicht einen anderen rausgesucht. So kam es aber nicht mehr dazu. Meine entscheidende Szene hab ich so gesehen. Ich laufe in Bedrängnis (hinter mir kam die Meute) alleine auf den letzten Mann zu. Da der Platz ziemlich schlecht ist, komm ich fast ins Straucheln, habe ihn aber umspielt. In dem Augenblick kommt mein Gegenspieler von hinten und nimmt mir den Ball ab. Ich kontere sofort mit eine Grätsche und spiele den Ball sauber. Seine Reaktion war : "Aua, Aua wir müssen alle ins Krankenhaus." Dabei fiel er hin, da ich ihn ja "schwer" getroffen habe. Leider fiel er mit seinem Sack genau auf meine Hand. Die unvermeidbare rote Karte vor Augen und auch um ihm endlich einen Grund zum schreien zu geben, habe ich ihm dann ein bißchen - aber nur ein bißchen, denn sonst hätte er gar keine Luft mehr zum Schreien gehabt in die Eier gegriffen. Daraufhin hat er glaub ich um sich geschlagen. Mit tat es sofort im gleichen Augenblick leid und ich wollte mich entschuldigen, seine Verteidigerkollegen wollten mich aber nicht zu ihm hinlassen und drohten mir noch Prügel an. Jedenfalls habe ich dann den roten Karton gesehen und bin in die Kabine gegangen. Vorher habe ich dem Schiri allerdings noch gesagt, daß ich ja wohl nicht der einzige bin, der hier nachgetreten hat. Das war natürlich Scheiße. 1:0 hinten und 10 gegen 11. Erst in der Pause habe ich erfahren, daß auch meine Gegenspieler mitmußte, was ich von dem Schiri nie erwartet hätte. Dann hat meine Nachsatz ja vielleicht doch noch geholfen. Mein Gegenspieler war vielleicht sogar selber Schuld an seinem Platzverweis, denn wenn er nicht so geschrien hätte, hätte auch der Schiri, der natürlich nichts gesehen hätte, geglaubt es ginge normal weiter. Da aber alle jeden Sonntag fleißig "ran" gucken, bekommen sie von den Bundesligaspielern nicht anderes gezeigt und meinen Reklamieren und Schauspielern gehört zum Tagesgeschäft. Zumindest waren wir 10 gegen 10 und der Mann, den ich mit runter genommen habe, war nicht schlecht. Ab jetzt beherrschte laut Auskunft ich war ja schon in der Kabine VfR Rauxel das Spiel.
Zur 2. Halbzeit war ich wieder auf dem Platz zum gucken. Wir hatten die besseren Möglichkeiten. Martin Pohl verpaßt einen Ball über die Linie zu drücken, Michael Kullik köpft nach 70m Spurt zum 1:1 ein und Mohamed Allalis Schuß, der immer besser wird, wird von der Linie gerettet. Rauxel hatte keinen Ausfall und mit Martin Pohl trotz wenig Trainings den besten Mann. Mit einem 1:1 wäre ich jetzt zufrieden gewesen, zumal Robert Bartikowski nach Notbremse die rote Karte erhielt und wir nur noch 9 gegen 10 waren. Außerdem haben wir noch eine Nachholspiel und sind dann einen Punkt vor. Jetzt hatten die auch noch zwei halbe Chancen, die gefährlich werden konnten. Nach 20 Minuten ging der nächst von denen. War nur ne Frage der Zeit. 9 gegen 9. Nach drei Auswechselungen kam in der 87. Minute der Auftritt von Mario Carta, der seinen Gegenspieler, und nur noch den Torwart überwinden mußte, als ihn die Grätsche von hinten umsenste. Elfmeter Martin Pohl. 2:1.
Da wir erstens die besseren Fußballer hatten, die die zweitens in erster Linie niederkämpften und drittens wir nicht so Topasis sind wie die, war der Sieg verdient. Rauxel 2. Die anderen 1.Scheiße ist jetzt nur, daß von uns zwei Leute jetzt vier Wochen gesperrt sind und wir nur noch zu zwölft sind. Vor allem in meinem Fall ist das bei der dünnen Stürmerdecke ärgerlich. Persönlich hatte ich natürlich einen guten Lauf und muß in naher Zukunft auf das Hochschrauben meines Torkontos erstmal verzichten. Das kann noch hart werden, aber dann spielen Mario und Faruk wenigstens mal wieder.

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