17. Spieltag / Arminia Ickern

Die ganze Woche wurde ich angehauen, ob ich denn nicht doch am Sonntag spielen könnte. Dabei habe ich schon vor zwei Wochen gesagt, daß ich nicht spielen kann. Ich hab" nämlich ein Billardturnier von der Arbeit aus. Ist zwar Scheiße, daß das ausgerechnet am Sonntag ist, aber so ist es nun mal jetzt. Wär" ja früher nie passiert, daß ich wegen so nem Mist ein Spiel ausfallen lasse. Wenn ich aber donnerstags einen Mike Rose sehe, der sich mit den Worten verabschiedet: "Seht zu Jungs, ich will nächstes Jahr in der Bezirksliga spielen. Bis in einem halben Jahr dann. Ich mach" ne Ausbildung als Barkeeper in Teneriffa.", dann weiß ich nicht worüber ich mir Gedanken mache.
Jetzt kann ich doch spielen, da beim Billard statt 15 nur 9 gekommen sind. Um 13.00 sind wir mit der Chose durch, und da sich andere scheint"s ja auch n Dreck um Zusagen kümmern, seil" ich mich schnell ab, um noch zum Spiel zu kommen. Ich fange Uwe also noch vor dem Spiel ab, und sage ihm, daß ich jetzt doch zur Verfügung stehen kann. Da das ja jetzt ziemlich kurzfristig ist und die Mannschaft wohl eigentlich schon steht, braucht er wohl noch Bedenkzeit, ob ich spiele. Is" ja auch klar. Als ich mit Tasche zurückkomme, gibt er mir für meinen Einsatz aber grünes Licht. Leider nimmt er deswegen Faruk aus der Mannschaft.
Das Spiel fängt für uns ganz gut an. Wir sind etwas überlegen, obwohl einige von uns öfter mal den Ball vertändeln, allen voran unser Libero Markus Bäcker. Das bringt natürlich nicht gerade Sicherheit in unser Spiel. Noch zwei bis drei teilweise halben Chancen, gehen wir durch "Malle" Maleszka auf meine Zuspiel 1:0 in Führung. Jetzt haben wir drei Punkte.
Im Laufe der ersten Halbzeit kaufen die uns aber immer mehr den Schneid ab und machen mit uns genau das, was wir mit denen machen wollten. Nach einem Schuß an die Latte und weiteren Nachlässigkeiten, schwante mir schon Böses. Nachdem einer von uns wieder vollkommen ungenau den Ball in unsere Hälfte zurückgespielt hat - diesmal war es "Mokka" - und Markus Bäcker als letzter Mann sich strikt weigert den Zweikampf anzunehmen (vielleciht hatte er auch nur Angst vor einer Roten Karte) bzw. einfach mal seine Abwehr vernünftig koordiniert, indem er mal sagt : "Robbi, geh Du hin", (erläuft sich Günter Schröder, mit dem ich mal bei SG zusammengespielt habe, den Ball und schießt zum 1:1 ein. Kurz danach ist Pause. In der Pause hält Uwe uns erstmal ne Standpauke und macht uns heiß nach der Pause noch mehr Druck zu machen. Ich erinnere mich irgendwie an Wanne 11, wo wir vor einer ähnlichen Situation standen, und die haben dann das Tor gemacht. Genauso passiert"s jetzt auch. Und womit? Mit Recht. Die sind uns mittlerweile in allen Belangen überlegen, so daß es für uns schwer wird überhaupt noch einen Punkt zu holen. Mitte der zweiten Halbzeit merke ich auch schon, daß es nur noch über den Kampf gelingen kann zu gewinnen, denn unsere Pässe kommen auch nicht mehr an. Und hier beginnt das Rauxeler Dilemma. Kämpfen kann bei uns ja keiner. Was wir allerdings ganz gut können, ist uns gegenseitig anzuschnauzen, Dinge von anderern zu erwarten, die man selber nicht tut (nämlich kämpfen) oder den Schiedsrichter zu kritisieren. Punktum: Jeder denkt: "Ich bin nicht schuld" und sucht die Fehler bei anderen. Klassische Beispiele: "Eddy" Gierl geht nicht zum Kopfball hoch, obwohl er optimal zum Ball steht und im nächesten Augenblick kommt: "Leute jetzt kämpft doch mal". Oder Martin Pohl und Tarek Sahintürk, als sie zum Shiedsrichter gerannt sind, und Elfmeter gefordert haben, weil ein Kerl von einem Baum wie Mohamed Allali im 16er zu Fall gekommen ist. Die allergrößte Krönung war allerdings in der Pause, als Markus Bäcker seinen Fehler zum 1:1 zwar eingestanden hat, aber mit 80 Phon davon abzulenken versuchte, indem er "Mokka" die Hauptschuld dafür gab, obwohl er in der Mannschaft ein Freifahrtschein hat.
Dabei ging das Tor zumindest zu 50% auf seine Kappe, da er einen Antritt hat wie eine Wanderdüne.

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